Eines Tages kam Ulrike in meine Praxis und wollte mehr darüber wissen, wie die Grinberg Methode® mit dem Thema Migräne umgeht. Sie war neugierig, was es neben bekannten Methoden wie progressiver Muskelentspannung und Yoga gibt. Auf der Suche nach einem ganzheitlichen Ansatz wurde sie in der Grinberg Methode fündig.
Alles beginnt bei den Füßen
Wenn jemand zum ersten Mal in meine Praxis kommt, frage ich am Anfang gar nicht nach dem eigentlichen Grund, sondern schaue mir die Füße an, um einen Gesamteindruck zu bekommen. Die Füße spiegeln die (Körper-)Haltung eines Menschen: Wir stehen mit unserem Gewicht darauf, und je nachdem, wie unsere Körperhaltung ist, verändert das den Druck auf die beiden Füße. Wenn jemand etwa dazu tendiert, die Schultern hochzuziehen, zeigt sich das am veränderten Fußabdruck.
Die Grinberg Methode verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Mögliche Fragen sind dann: Wo im Körper sitzt eine Spannung? Ist die Person ein Kopfmensch, oder kann sie Gefühle zulassen? Wo sind Blockaden spürbar — und in welchen Situationen tauchen die Migräneattacken auf?
Gemeinsam finden wir heraus, welche Ziele meine Klient:innen im Leben erreichen möchten und welche alten Verhaltensmuster sie bisher daran hindern. Indem diese Muster über den Körper bewusst werden, lernen sie, sie zu beenden — und die Migräneattacken treten seltener oder gar nicht mehr auf.
Wie das in der Praxis abläuft
Ich verwende verschiedene Berührungsarten, zum Beispiel einen gezielten Druck auf einen angespannten Muskel. Gleichzeitig gebe ich passende Anleitungen: die Empfindung von Schmerz und Anspannung wahrnehmen, bestimmte Bereiche im Kopf abwechselnd anspannen und entspannen, mit jedem Atemzug bewusst im Nacken- und Schädelbereich Anspannung loslassen, den Bereich weich werden lassen.
Durch diese aufmerksame Führung erspüren meine Klient:innen, wo sie noch überall „festhalten“ — sprich Muskeln anspannen —, welche Stimmung dabei aufkommt und ob ihnen diese aus ihrer Geschichte bekannt vorkommt. Sie lernen, durch bewusste Atmung die Spannung loszulassen. Nach den Lektionen gebe ich immer Zeit, den Effekt im Körper nachzuspüren, damit sich die neue, wohlige Körpererfahrung im ganzen Körper ausbreiten kann.
Über diese körperliche Erfahrung zeigt sich auch, in welchen Momenten die Migräneattacken vermehrt auftauchen: wenn man nicht ausdrücken kann, was man sagen will; wenn man wütend ist, es aber nicht zulassen kann; bei Stress und Überforderung, um eine Auszeit zu bekommen. Du nimmst wahr, wie du atmest und welche Gedanken dabei durch deinen Kopf ziehen — und bekommst so die Möglichkeit, die Spannung in den verschiedenen Körperregionen loszulassen. So erkennst du im Alltag schneller, wann du Stress in deinem Körper erzeugst, und kannst es dann einfach bleiben lassen.
Durch die Grinberg Methode bist du nicht länger „Opfer“ eines Automatismus, sondern erkennst die Muster und kannst selbstbestimmt darauf reagieren. Die Wirkung ist nachhaltig, denn du bist aktiv: Du selbst bist es, die oder der loslässt. Da der Körper aber auch wieder ent-lernen kann, brauchen diese Lernschritte einige Wiederholungen in regelmäßigen Sitzungen — dein Körper hatte schließlich oft Jahre Zeit, die schmerzhaften Muster auszuformen.
Wie eine Sitzung Schritt für Schritt aussieht, siehst du auf der Seite Die Sitzung.
Was Ulrike sagt
„Als Migränepatientin und absoluter ‚Kopfmensch‘ habe ich durch die Grinberg Methode gelernt, meinen Körper bewusster wahrzunehmen und mit meinen (lange auch unterdrückten) Emotionen besser umzugehen. Die regelmäßigen Sitzungen bei Mikle unterstützen mich dabei, meine Anspannung aufzulösen, Belastungsgrenzen zu erkennen, nicht mehr ‚nur funktionieren‘ zu müssen und wieder mehr Lebendigkeit und Leichtigkeit in mein Leben zu lassen. Danke dir, Mikle, für dein Einfühlungsvermögen und deine ansteckend fröhliche Art!“